Daten, Information, Wissen

Computer bearbeiten Daten, Menschen interpretieren und haben Wissen.

Wir schließen uns Michael Polanyi an, wenn wir sagen, daß wir mehr wissen, als wir mit Worten ausdrücken können. [...] Was kann man Computern mitteilen? Wir haben unter »mitteilen« die Eingabe eines effektiven Verfahrens verstanden. Und die Frage, die uns im Augenblick beschäftigt, lautet: Kann alles, was wir tun wollen, im Sinne eines effektiven Verfahrens beschrieben werden? [...] Wir werden sehen, [...] daß die Frage, was wir einem Computer leisten lassen können, im letzten Grunde die Frage ist, was wir einem Computer an Wissen beibringen können.[1]

Programmierung ist das Entwickeln einer vorher festgehaltenen Idee. Das Programmieren ist eine geistige Tätigkeit - die Maschinisierung von Kopfarbeit: Vom Computer ausgeführte Berechnungen haben immer einen gedanklichen Ursprung/Hintergrund - unsere Formulierungen - und sind somit geistiger Art.

Der Computer ist eine Zustandsmaschine, welche lediglich berechnen, nicht aber im menschlichen Sinne interpretieren kann. Der Rechner nimmt Befehle entgegen und führt diese aus - ohne nach dem Sinn zu fragen oder sie zu verstehen. Beispielsweise würde es für uns Menschen keinen Sinn machen, dem Coputer den Befehl zu geben, eine schwarze Linie auf einen schwarzen Hintergrund zu zeichnen - für uns ändert sich das Bild dadurch nicht.

[...] nothing apperas to happen in the visual output. But be aware that something has indeed happened from the viewpoint of the computer. The computer has labored to create a line, just as if the line were visible. The computer does not know when it has done something completely useless, such as drawing a black line on black paper. Only you do.[2]

Heideggers „Sein und Zeit”

Das 1927 erschienene Werk „Sein und Zeit” wurde von Martin Heidegger (1889-1976) geschrieben und gilt heute „als eines der einflussreichsten Werke der Philosophie im 20. Jahrhundert”[3].

Im Mittelpunkt des Werkes steht „die Ausarbeitung der Frage nach dem Sinn von Sein”[4] - jene Frage also, welche die Philosophie schon seit jeher beschäftigt. Heideggers Annäherung unterscheidet sich allerdings schon durch die Frage nach dem Ursprung der Seiensfrage: Wir Menschen unterscheiden uns von allem anderen Seiendem durch die Reflexion unserer Existenz, weshalb er unsere Seinsform als „Dasein” beschreibt.

„Jeder Mensch glaubt ungefähr zu wissen, was „Sein” bedeutet, und sagt „ich bin” und „das da ist”. Das Dasein kann darüber staunen, dass es „überhaupt etwas gibt und nicht vielmehr nichts.” Es ist geworfen in das „Da-sein” und muss sich zu seinem Sein und zum Sein als Ganzem verhalten, ob es will oder nicht.”[3]

Das Werk sollte eigentlich aus zwei Bänden, mit jeweils mehreren Teilen bestehen, Heidegger brach die Arbeiten allerdings nach dem zweiten Teil des ersten Bands ab, um sich der Antwort nach der Seinsfrage auf anderem Wege zu nähern.[3]

Der Einfluß auf eine tiefgreifende Kritik an der Informatik

Das Buch „Understanding Computers and Cognition. A New Foundation for Design.” von Terry Winograd und Fernando Flores, welches 1986 erschien, befasst sich unter anderem mit der künstlichen Intelligenz, wobei die beiden Autoren auf vielen der von Heidegger aufgestellten Thesen aufbauen.

Die Kritik bezieht sich auf den Begriff der „künstlichen Intelligenz”, welche in diesem Sinne keine ist, da ein Computer nicht über ein Dasein verfügt. Ein Rechner ist sich nicht seiner selbst bewusst, ihm fehlen Hintergrund- und Vorverständnis bei der Problemlösung, so dass er nur formalisiert agieren kann.

Quellen

  1. #weiz78">[Weiz78, 105]
  2. #maed99">[Maed99]
  3. Wikipedia: Sein und Zeit. http://de.wikipedia.org/wiki/Sein_und_Zeit. Aufgerufen am 15.01.2007.
  4. http://www.capurro.de/heidegger.htm. Aufgerufen am 15.01.2007.