Praxiswissen Ruby on Rails

Praxiswissen Ruby on RailsSo wie Martin Labuschin staunte auch ich nicht schlecht, als ich eines Tages das Buch Praxiswissen Ruby on Rails von Denny Carl aus dem Briefkasten zog. Einfach so zugeschickt bekommen - nett, daran könnte ich mich gewöhnen, zumal das Aufstocken des Fachbuch-Bücherregals ja meistens mit eher hohen Kosten verbunden ist ;)

Da ich zu der Zeit allerdings sehr beschäftigt war und ich mir dachte, das Lutz sich über so einen Einstieg sicher auch total freut, habe ich das Buch direkt an ihn weitergereicht. Er hat dann auch gleich eine kleine Rezension dazu geschrieben, welche ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Rezension zu „Praxiswissen Ruby on Rails

Die “Praxiswissen…”-Reihe von O’Reilly ist mittlerweile dafür bekannt, dem Leser verschiedene Themen - größtenteils aus dem Umfeld der Webentwicklung - in unterhaltsamer und auch für den Einsteiger verständlicher Form näher zu bringen. Eines der neuesten Bücher aus dieser Reihe ist der Titel „Praxiswissen Ruby on Rails“ von Denny Carl (ebenfalls Autor u.a. von ”Praxiswissen Ajax”), das sich - wie der Name schon sagt - mit dem Web-Framework beschäftigt, das in letzter Zeit zurecht sehr starke Aufmerksamkeit erfährt.

Das Buch gliedert sich in sechs Kapitel, die ausgehend von einer Einführung in die Materie und der behandelten Thematik zunächst grundlegende Ruby-Kenntnisse vermitteln, um danach in die Vorstellung von Rails überzugehen und anschließend durch zwei Beispielprojekte mit “hands-on”-Charakter das Wissen beim Leser zu festigen und zu vertiefen.

Die Einführung in Ruby nimmt im ausführlichen zweiten Kapitel in etwa ein gutes Drittel des Buchumfanges ein. Auch wenn so beim Leser u.U. etwas Ungeduld aufkommen kann, wann denn endlich der konkrete Einstieg in Rails beginnt, macht der Rundumschlag in Sachen Ruby in meinen Augen durchaus Sinn, um bei der späteren Verwendung von Rails ein mehr oder weniger solides Grundlagenverständnis in Sachen Ruby zu haben. Dies kann evtl. helfen, den dargebotenen Lesestoff in den Beispielprojekten nachzuvollziehen und in späteren eigenen Projekten auf dieses Wissen zurückzugreifen - auch wenn Rails zumindest zum Einstieg sicherlich nicht allzu tief gehende Ruby-Kenntnisse erfordert, schaden kann es sicherlich nicht, auch ein wenig Basiswissen zu haben. Die Ungeduld beim Lesen dieses Kapitels wird durch die lockere Schreibweise und die vielen Beispiele des Autors recht wirksam im Zaum gehalten. Diese sind übersichtlich und nachvollziehbar (und sollten zu Übungs- und Vertiefungszwecken im besten Fall auch am eigenen Rechner in der Praxis ausprobiert werden…) und machen es dem Leser möglich, in relativ kurzer Zeit und nach einmaligem Durchlesen einen recht fundierten Grundstock an Ruby-Basiskenntnissen aufzubauen. Das dritte Kapitel liefert auf nur 25 Seiten einen kompakten Überblick über die Komponenten, Prinzipien und Vorzüge von Rails und leitet mit einer Kurzanleitung zum Anlegen eines ersten Rails-Testprojektes zu den beiden hands-on-Kapiteln über, in deren Rahmen zunächst ein Photoblog und danach eine AJAX-basierte “TV-Sender”-Applikation erstellt werden.

Um den Anspruch der Vermittlung von Praxiswissen noch weiter zu unterstreichen, behandelt das sechste Kapitel die Installation und Konfiguration der benötigten Komponenten auf einem Webserver beim Hoster sowie kurz angerissen das Deployment eines Rails-Projektes.

Den Abschluss des Buches bilden eine Ruby- sowie eine Rails-Kurzreferenz, die zwar aufgrund des begrenzten Umfanges sicher nicht als alleiniges Nachschlagewerk für alle Rails-Lebenslagen dienen können aber zur Rekapitulation der gängstigen Fragestellungen - gerade auch in der Einstiegsphase in die Rails-Entwicklung - sicher ein erster Einstiegspunkt sein können.

Nach Lektüre der sechs Kapitel hat der Leser einen guten ersten Überblick über Ruby, Rails und deren Möglichkeiten und Einschränkungen kennengelernt und anhand zweier Praxisbeispiele gleich selber ausprobiert (sofern wie vom Autor empfohlen die Beispiele parallel am Rechner nachvollzogen wurden). Insofern wird das Buch seinem im Titel formulierten Anspruch, Praxiswissen zu vermitteln, durchaus gerecht und schafft es in unterhaltsamer Weise in vergleichsweise kurzer Zeit, dieses Ziel beim Leser zu erreichen. Positiv hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass der Autor sich nicht auf die schon tausendfach gelesenen Standardbeispiele Blog (ok, Photoblog - aber das ist ja doch noch ein bisschen was anderes ;)) und rudimentäre Projektverwaltung beschränkt, sondern speziell im zweiten Beispiel des eigenen “TV-Senders” schrittweise eine Applikation entwickelt, die ich in dieser Form so noch nicht zu Lernzwecken an anderer Stelle gesehen habe und bei deren Umsetzung Technologien und Konzepte wie AJAX, XML, REST und Mashups verwendet werden, was die Praxistauglichkeit des Beispieles noch einmal ordentlich verstärkt und auf diese Weise durchaus als Ausgangsbasis für eigene anspruchsvolle Projekte dienen kann.

Sicherlich kann ein Buch mit einem Umfang von knapp 350 Seiten keinen allumfassenden Rundumschlag in das vorgestellte Thema bieten, dazu sind die Werke aus dieser O’Reilly-Reihe aber wohl auch kaum gedacht. Um einen Einstieg in die Materie zu bekommen, auf dem man später mit geeigneter Sekundärliteratur aufbauen kann, ist dieses Buch aber meiner Meinung nach sehr gut geeignet und macht sowohl beim Lesen als auch beim Nachbauen der vorgestellten Beispiele viel Spaß und bietet einen guten Einstieg in die Entwicklung mit Rails. Fazit: Ein empfehlenswertes Buch, das sich jeder Einsteiger in das Thema Rails ruhig einmal näher anschauen sollte.

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