Dankbarkeit

Ein kleiner Artikel über geleistete Arbeit und den Return of Investment.

Mir schweben diese Gedanken seit ein paar Tagen im Kopf rum und eben grade hat sich etwas ereignet, was mir jetzt den Anlass gibt, kurz etwas darüber zu schreiben.

Heute morgen bekam ich von einem Kunden eine kurze Mail, in der er mich fragte, ob ich seine Seiten anpassen könnte, so dass sie auch im IE 7 vernünftig angezeigt werden. Als ich das Projekt damals gemacht habe und die Anpassungen für den IE über Conditional Comments hinzugefügte, war der IE 7 noch nicht in Sicht und so hab ich einfach auf alle IE-Versionen geprüft. Was ich dann eben machen musste, war zehn Minuten Arbeit: Einfach die alte Abfrage anpassen (Version 6 oder kleiner), eine weitere für den neuen Internet Explorer hinzufügen und ein kleines entsprechendes Stylesheet schreiben.

Alles kein Problem und schnell gelöst - aber warum schreibe ich jetzt darüber? Es ist die Art und Weise der Anfrage: Das Projekt ist eigentlich seit längerer Zeit abgeschlossen und der Kunde hat mich gut bezahlt, weil er die geleistete Arbeit zu schätzen wußte. Und obwohl er wahrscheinlich auch wußte, dass die mir gestellte Aufgabe in kurzer Zeit gelöst sein würde, fragte er mich trotzdem zwei mal danach, was ich dafür bekommen würde. Man arbeitet gern für solche Kunden, da man weiss, dass sie die Arbeit wertzuschätzen wissen - meine Antwort war daher natürlich, dass der Aufwand minimal war und er mir gerne etwas ausgeben kann, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Obwohl ich ihm damit zeige, dass ich für solche Kleinigkeiten nichts weiter berechne, lässt er es trotzdem nicht zur Selbstverständlichkeit werden, bedankt sich vielmals dafür und wird mich auch beim nächsten Mal fragen, ob ich nicht doch endlich wieder mal eine Rechnung schicken möchte.

Der Grund dafür, dass mich dieses Thema seit ein paar Tagen beschäftigt ist das Gegenteil zu diesem Verhalten: Es gibt Projekte, bei denen ich im Nachhinein ein wenig bereue, sie angenommen zu haben. Dabei geht es sogar um Arbeiten, die von meiner Seite aus umsonst (nicht vergebens) gemacht wurden, für die es bis heute allerdings noch keine wirkliche Wertschätzung oder Dankbarkeit gegeben hat. In solchen Fällen ist es zusätzlich leider auch noch oft so, dass (kleinere) Tätigkeiten zur Selbstverständlichkeit verkommen: Die Mail mit der Bitte darum ist schnell geschrieben - die darauf folgende mit einem einfachen „Danke!“ dauert dann meistens schon etwas länger…

Ich will mich darüber auch nicht weiter auslassen, es gibt ja an genügend anderen Stellen Verweise darauf, dass es scheinbar die Kunden mit dem kleinsten Budget sind, die die größten Ansprüche haben. Falls ihr mal änliche Erfahrungen gemacht habt, dann kommentiert es ruhig - ansonsten kann dieser Artikel auch einfach nur dazu dienen, Dinge nicht immer als selbstverständlich zu sehen und auch ab und zu mal danke für etwas zu sagen ;)

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