Aufgaben anpacken

Nach meinem Artikel über produktives Arbeiten und Getting Things Done folgt nun der angekündigte Bericht zu The Now Habit - einem Buch über das Vor-sich-herschieben von Aufgaben, den dahinterstehenden Gründen und wie man die Kurve vom Aufschieber zum Produzenten hin kriegen kann.

Ich hab das Buch im Urlaub innerhalb von anderthalb Tagen gelesen, was zum einen daran liegt, dass es verständlich geschrieben und zum anderen sehr interessant ist. Interessant insofern, dass ich mich in vielen der beschriebenen Verhaltensmustern wiedererkennen oder mich zumindest an Situationen erinnert konnte, in denen ich mich mal so verhalten habe. Jeder von uns schiebt Dinge aus unterschiedlichsten Gründen auf - mal bewusst, manchmal unbewusst. Egal ob es die noch ausstehenden Besorgungen, das Lernen für die nächste Klausur oder das Fertigstellen eines Kundenprojekts ist - oftmals gehen wir solche Aufgaben nicht konsequent an und verschieben sie auf später.

Warum eigentlich?

Die Gründe für solch ein Verhalten sind unterschiedlich und können sowohl daran liegen, dass wir nicht wissen was genau wir eigentlich machen müssen, als auch psychologisch sein: Unser Hang zur Perfektion und unsere zu hohen Erwartungen an das was wir leisten wollen hindern uns daran, Dinge konsequent zu Ende zu bringen, da wir Angst vor dem Versagen/Scheitern bzw. dem Nichterfüllen unserer Erwartungen haben. Die ersten beiden Kapitel des Buchs gehen detailliert auf die Gründe und Verhaltensmuster des Aufschiebens ein. Wer sich selbst schon öfter dabei ertappt hat, dass er Dinge - aus welchem Grund auch immer - nicht angepackt hat, wird sich durch diesen Teil wahrscheinlich vollständig entlarvt fühlen. Das natürlich im positiven Sinne, denn danach ist man in der Lage, die Hintergründe und eigenen Umgehensweisen zu erkennen und an diesen zu arbeiten.

Das Ziel: Kein schlechtes Gewissen

Problem beim Aufschieben von Aufgaben ist nicht nur, dass diese nicht fertiggestellt werden. In den Zeiten, die wir eigentlich damit verbringen sollten uns zu erholen und unsere Freizeit zu genießen, werden wir vom schlechten Gewissen eingeholt und bekommen keine wirkliche Auszeit von der Arbeit. Der Kopf ist nicht frei, da wir wissen, dass dort etwas auf uns wartet, was fertiggestellt werden muss - und es wird von Tag zu Tag den wir es vertrösten mit Sicherheit nicht einfacher. Die Kapitel drei bis fünf beschäftigen sich mit diesem Problem und stellen unter anderem dar, wie wichtig es ist, dass wir unsere Freizeit ausgeglichen verbringen und uns vielfältig beschäftigen, da das Gehirn auch dann produktiv an Lösungen arbeitet, ohne dass wir es bewusst merken.

Der Anti-Stundenplan und Arbeiten im Flow

Die letzten vier Kapitel des Buches beschäftigen sich mit Techniken, die einem dabei behilflich sein sollen, produktiver zu werden. Da wäre zum Beispiel eine Art umgekehrter Stundenplan: Bevor man sich durch seine Arbeit erdrückt fühlt und denkt, dass man zu wenig Zeit für wichtigere Dinge (Familie, Freunde, sich selbst) hat, sollte man - sofern sich die Möglichkeiten dazu bieten - den Tag andersherum als gewöhnlich planen. Nämlich so, dass man sich zuerst die Zeiten herausnimmt, in denen man für sich persönlich benötigt: Einkäufe erledigen, Freunde treffen, Sport treiben etc. Die restlichen Zeitblöcke können dann für arbeiten verplant werden - somit ist sichergestellt, dass die Zeiten für den Ausgleich auch genommen werden. Der Ansatz klingt theoretisch gut, in der Praxis stelle ich es mir allerdings grade für festangestellt Arbeitende eher weniger flexibel ausnutzbar vor. An dieser Stelle merkt man, dass das Buch den eher amerikanisch-motivationstechnischen Weg darstellt. Ein weiterer angesprochener Punkt ist das Arbeiten im sogenannten Flow-State. Ich denke da fang ich am besten gar nicht erst an, viel drüber zu schreiben, denn es gibt ganze Bücher, die das Thema behandelt. Wer jedoch noch nichts davon gehört hat, wird in The Now Habit auch einen guten Überblick dazu bekommen.

Fazit

Ich habe das Buch wie gesagt sehr gerne gelesen und finde, dass es mir alleine schon durch die Tatsache geholfen hat, dass ich mich schneller motivieren kann Dinge nicht mehr aufzuschieben, weil ich die Verhaltensmuster und Gründe kenne. Wer in dieser kurzen Übersicht zu den Themen schon für sich interesantes entdeckt hat, der sollte sich The Now Habit zulegen - das Buch ist nicht teuer und kann einem sehr viel bringen!

iOS app for GitHub

iOctocat

ist GitHub für die Hosentasche - deine Projekte und das was dort passiert immer dabei mit deinem iPhone und iPod Touch.
Die App ist