The more you work...

Wer diesen Blog des öfteren liest, dem wird aufgefallen sein, dass ich in letzter Zeit eher unregelmäßig und seltener schreibe. Das liegt weniger an meiner Motivation dazu, als an Zeitmangel: Aktuell arbeite ich an zwei Kundenprojekten, die sich in der Endphase befinden und daher erhöhte Aufmerksamkeit erfordern und dann ist da ja auch noch das Studium. Ich bin ja auch ganz froh, dass es was zu tun gibt - allerdings ist mir neulich etwas aufgefallen, was ich dann kurz darauf auch in dem A List Apart-Artikel „The Four-Day Week Challenge“ wiedergefunden habe:

If you’re like most people, you’ve got too much to do and not enough time to do it. The e-mail inbox is always overflowing and the list of to-dos never ends. You always feel that twinge of guilt because you’re never spending quite enough time on what you should be. What’s even more frustrating is that the more you work, the more it seems there is to do. Argh!

Je mehr Zeit man investiert, desto mehr scheint es zu tun zu geben - verdammt wahr!

Das Angebot zu einem der beiden aktuellen Projekte habe ich vor zwei Monaten angenommen mit einer Aufwandsschätzung von ca. 20 Arbeitsstunden, die zu investieren gewesen wären - da war das Projekt noch auf Papier, überschaubar und klar abgegrenzt. Der Haken: Alles muss schnell gehen, erste Ergebnisse sollten quasi schon gestern dem Kunden präsentiert werden - für mich in dieser Situation kein Problem, denn da hatte ich noch Semesterferien. Das war eigentlich auch der Grund warum ich das Projekt schließlich annahm: Die Zuversicht es auch in den Semesterferien noch durchziehen zu können. Wie es aber eben so ist: Alles dauert etwas länger als erwartet, kleine Änderungen hier und da, und ganz unverhofft kamen im Lauf der Entwicklung auch noch Funktionen dazu, die am Anfang gar nicht angedacht waren.

Klar, in gewisser Weise war es natürlich auch etwas blauäugig von mir, den Aufwand so gering einzuschätzen, denn: Ein Projekt wird mit 95%iger Wahrscheinlichkeit am Ende nicht so aussehen wie am Anfang geplant (was wiederum einen Mehraufwand für Umbauten und evtl. Neukonzeptionierung mit sich bringt). Aber irgendwie fühle ich mich jetzt auch etwas selbst Schuld an der Situation: Als es losging und die Ansage war, alles soll möglichst schnell fertig sein, setzte ich mich gleich erstmal am Wochenende ran und steckte viel Zeit hinein um Anfang der Woche etwas Lauffähiges präsentieren zu können. Mit den ersten Tests kamen auch gleich Änderungswünsche (was ja auch völlig legitim ist ;)) und mit jedem nächsten Schritt, der Richtung fertiges Produkt genommen wurde, kamen auch gleich weitere Features, die am Anfang nicht eingeplannt waren. Irgendwie ist es demotivierend, wenn man sich in der Woche nach einem Tag Uni auch noch zu Hause vor den Rechner setzt, bis spät nachts in der Hoffnung bald mal fertig zu sein am Projekt arbeitet und am nächsten Morgen eine E-Mail mit dem Wunsch nach neuen, wieder ausstehenden Features bekommt. Das geschilderte ist jetzt ein Extremfall, der zum Glück nicht oft vorkommt, trotzdem irgendwie frustrierend.

Je mehr Zeit man investiert, desto mehr scheint es zu tun zu geben - geht es eigentlich nur mir so oder findet ihr euch auch darin wieder?

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