Entwurf zu XHTML 2.0

Seit gestern gibt es einen neuen Entwurf zu XHTML 2.0, welcher sich recht vielversprechend anhört: Nicht nur, dass es viele wirklich Sinn machende Verbesserungen geben wird - nein, das Ganze soll auch noch abwärtskompatibel sein.

Um mal gleich einige der wichtigen Neuerungen rauszupicken:

Alles ist ein Link

Na ja, sagen wir besser: Alles kann ein Link sein. Jedes Element kann in XHTML 2.0 das Attribut href haben, wodurch das Anchor-Tag in vielen Fällen entfallen kann: Bilder und Überschriften lassen sich also direkt verlinken, ohne dass man sie extra in einen Anker wickeln muss - gleiches gilt natürlich auch für (Navigations-) Listen: nice :)

Meine Quelle…

Gleiches gilt für das src-Attribut: Mit XHTML 2.0 lassen sich Bilddaten nicht mehr nur durch das img-Element darstellen, sondern man kann beispielsweise einem Absatz ein Bild zuordnen. Der im Paragraph enthaltene Text dient dann somit als Fallback bzw. Altenativtext - somit entfallen auch die img-Attribute alt und longdesc.

Kein Headline-Gewurschtel mehr

Die H1 bis H6 Elemente werden auch ausgedient haben: Fortan läuft die Strukturierung von Dokumenten über sogenannte Sections ab (dem ein oder anderen vielleicht aus LaTeX bekannt). Dabei befinden sich die einzelnen Teilabschnitte des Contents in section’s welche Headlines, Paragraphen etc. und wiederum Untersektionen enthalten können. Daraus ergibt sich auch, dass man nicht mehr auf nur sechs Überschriftentypen beschränkt ist - aber wenn man sich dadurch bisher eingeschränkt gefühlt hat, sollte man seinen Content sowieso besser überdenken ;)

Absätze

Nun wurde auch ein eher unverständlicher Syntaxfehler aus dem Weg geräumt: Ab XHTML 2.0 validieren auch Absätze, welche Blocklevel-Elemente wie p, pre oder table enthalten - ich hab sowieso nie verstanden, warum eine Liste nicht teil eines Paragraphen sein durfte.

Einzelne Zeilen kennzeichnen

…ging bisher auch nicht - außer per div oder das semantisch eher unbedeutende br. Dafür gibt es in der neuen Spezifikation dann das Line-Element l. Damit lassen sich einzelne Zeilen als solche kennzeichnen, nützlich zum Beispiel bei Songtexten oder Gedichten.

XML Events

Was einmal die JavaScript-EventHandler waren, werden in Zukunft XML Events sein: Per seperatem handler-Element lassen sich dann Eigenschaften an Objekte binden um Scripte verschiedener Sprachen (JavaScript, VB) aufzurufen.

So weit so gut

Sehr feine Sachen dabei - endlich mehr und vor allem klarere Struktur. Es wurde viel aufgeräumt und der Entwurf wirkt sehr durchdacht. Leider gilt trotz der angestrebten Abwärtskompatibilität auch hier wieder, dass es seine Zeit dauern wird, bis das Ganze praxistauglich wird. Bis dahin warten wir aber alle gespannt, ob es vielleicht noch die ein oder andere sinnvolle Ergänzung geben wird.

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