Die Daten sind frei

DataPortabilityWhoa, es gibt viel Gerede zur Zeit. Geredet wird über freie Daten und offene Standards, um die Daten von A nach B zu schieben. Und da A und B seit gestern auch Facebook und Google sein könnten, wird jetzt noch mehr geredet.

Generell finde ich es toll, dass auch die Großen sich scheinbar öffen wollen und die Initiative DataPortability unterstützen. Wahrscheinlich bekommen viele erst durch diese Nachricht überhaupt mit, dass es die Initiative gibt (“Ich twittere, also bin ich”) und allein die Tatsache, dass jetzt auch Google und Facebook dabei sind schafft Momentum. Allerdings habe ich mit diesem ganzen Gerede ein Problem: Es gibt nichts vorzuzeigen.

Bis dato existiert das Ganze nur in der Theorie - es gibt Vorstellungen darüber, wie das alles mit Microformats, OpenID, RSS und den üblichen Verdächtigen laufen könnte - bis zum praktischen Einsatz ist es allerdings noch ein sehr langer weg. Das ”Referenzdesign” besteht bisher nur aus einer Aufzählung der Technologien die dafür in Frage kommen und der einzige mir bekannte praktische Ansatz zum Freunde mitnehmen löst nur einen kleinen Teil des Problems - es funktioniert zwar, ist allerdings bei Licht betrachtet auch nicht die tollste Lösung, weil sie zu simpel und daher zu wackelig ist.

Ich störe mich nicht daran, dass das Thema noch in den Kinderschuhen steckt, sondern finde es toll, dass sich Leute dessen annehmen und das auch die wichtigen Parteien an der Diskussion teilnehmen. Ich bin ein großer Freund der Idee und habe auf dem BarCamp in Wien auch schon ein wenig zu Portable Social Networks vorgetragen, ich denke aber, dass die Erwartungen vielleicht etwas zu hoch gehängt werden und das Thema einfach noch weit weg ist - nicht nur von der Umsetzung, sondern auch davon, “normale Nutzer” (nicht uns, die Geeks, Early Adopters, etc) zu interessieren.

Ich fühle mich beim Lesen der ganzen Beiträge zu sehr an OpenSocial erinnert. Da wurde auch viel geredet, Aufmerksamkeit geschürt und bis heute steht noch nichts praktisches zum vorzeigen da. Im Nachhinein kommt es mir einfach so vor, dass Google zu gerne Microsofts Beteiligung an Facebook kontern wollte und sie eigentlich noch hätten warten sollen, bis Entwickler direkt hätten loslegen können - aktuell existiert die API nur auf dem Papier.

Wie auch immer, Fazit: Drauf freuen ist erlaubt, bis sowas allerdings zum praktischen Einsatz kommt, wird es meiner Meinung nach noch länger dauern… aber das Geschäft ist schnelllebig und ich lasse mich gerne eines besseren belehren ;)

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